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Schwarzes Gold ins sanfte Licht gerückt - Fotoshooting im Mühlsteinrevier RheinEifel

23. Juni 2021
Fotograf Klaus-Peter Kappest in Aktion. Foto: Frank Neideck
Fotograf Klaus-Peter Kappest in Aktion. Foto: Frank Neideck

Bilder sagen mehr als 1000 Worte – das trifft vor allem für die Fotos des Sauerländer Fotografen Klaus-Peter Kappest zu. Seine Aufnahmen sind dafür bekannt, besondere Momente in der Natur und beim Wandern einzufangen, wortwörtlich ins rechte Licht zu rücken und den Betrachter zum Träumen zu bringen; von Skandinavien bis hin an den Rhein und in die Eifel.

Doch wo sonst Models für die Shootings erst in die Natur kommen müssen, waren sie bei diesem Fototermin zwischen Eifel und Rhein bereits vor Ort. Für das Shooting des Mühlsteinreviers Rhein-Eifel standen Relikte der vergangenen Jahrtausende Modell: Mühlsteinrohlinge, Abbauwände, Werkhütten, Göpelwerke, Unternehmervillen, Grubenkräne und auch Verladekräne wie den alten Krahnen in Andernach. Diese Zeitzeugen einer alten Industrie, die den Menschen Arbeit und zum Teil auch Wohlstand schenkten, fing Kappest mit Kamera und Drohne ein. Für die Fotodokumentation ging es in die Steinbrüche und Einrichtungen rund um Andernach, Mayen, Ettringen, Kottenheim und Mendig, in denen einst Basaltsteine im großen Stil abgebaut und Mühlsteine in Massen, auch für den Welthandel, produziert wurden.

Die Mühlsteinproduktion war eine wesentliche Grundlage der menschlichen Gesellschaft. Denn die lebensnotwendige Aufschließung des Grundnahrungsmittels Getreide erfolgte mit diesen Mühlen. Die Besonderheit der hiesigen Mühlsteine: das Magma war sehr kohlendioxidreich und führte zu zahlreichen kleinen Löchern im Basaltstein. Die natürliche Porosität des Gesteins gab den fertigen Mühlsteinen eine stets griffig bleibende Reib- bzw. Mahlfläche die das Getreide optimal erfassen und zerquetschen konnte. Der minimale Abrieb sorgte für eine hohe Lebensdauer und wenig unerwünschte Bestandteile im Mehl – was wiederum die Zähne schonte.

Das Mühlsteinrevier Rhein-Eifel zeichnet sich zudem dadurch aus, dass es als einziges Gewinnungsgebiet gilt, in dem über 7.000 Jahre fast kontinuierlich Reib- und Mühlsteine produziert wurden und von dem noch Sachzeugen aus rund 2.000 Jahren erhalten sind. So hatte Kappest vielfältige Möglichkeiten, Motive und Relikte rund um den Basaltabbau und die Mühlsteinherstellung mit der Kamera einzufangen.

Die aussagekräftigen Fotos sind Bestandteil der Bewerbung des Mühlsteinreviers Rhein-Eifel zur Anerkennung als UNESCO Welterbe, die dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) des Landes Rheinland-Pfalz derzeit vorliegt. In dem rund 60-seitigen Antrag, der auf die zu erfüllenden Kriterien eines UNESCO Welterbes eingeht und die Bedeutung der Mühlsteine für die Menschheit darlegt, unterstreichen die Bilder eindrucksvoll die Geschichte der Basaltsteinindustrie. Die Entscheidung, ob das Mühlsteinrevier als eines von zwei rheinland-pfälzischen Projekten in die nächste Runde kommt und bei der Kultusministerkonferenz (KMU) eingereicht wird, wird für Ende Oktober erwartet.



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